Beeindruckende Ruinen, erdrückende Gastfreundschaft und ein Stromausfall

Wir sind angekommen in Ayatthaya, die frühere Hauptstadt Thailands ( 1351- 1767), die immer noch mit beeindruckenden Bauwerken und Ruinen aufwarten kann.

Angestrahlte Tempel

Die Tempelanlagen sind über ein großes Areal verstreut und am Abend und angestrahlt nicht nur am Beeindruckendsten, sondern dann ist auch das Umherlaufen gut ertragbar – tagsüber haben wir es auch versucht, aber ab 10 Uhr war es unerträglich heiß.

Gastfreundschaft, an die man sich gewöhnen muss

Für uns war das Ganze allerdings weniger schlimm, da wir herumkutschiert wurden – das Ganze war allerdings fast etwas erdrückend, bis wir uns einfach darauf einließen – aber laßt mich weiter ausholen.

Wir kamen in unserer Unterkunft an, die wir eigentlich vorgebucht hatten, aber das wußte keiner und außerdem sprach auch keiner Englisch. Nach vielen Bemühungen ihrerseits und etwas Hilflosigkeit unsererseits, wurden wir dann in ein Zimmer geführt, aber der Traummann sträubte sich wie ein Maulesel – er hatte nämlich einen Bungalow gebucht. Nach noch mehr Hin und Her und einigen Telefonaten wurden wir dann auch in besagten Bungalow geführt —- der vermutlich seit Monaten keine Gäste mehr beherrbergt hatte, von den SPinnenweben zu urteilen. Aber cool sah er schon aus – zumindest von außen und der Traummann war glücklich.

Ich weniger, was aber eher an Reisemagendarmproblemen lag. Auf den Bungalow komme ich später noch zurück.

Am Abend fuhren dann Zwerg und Traummann zu den Ruinen mit einem Angestellten des Hotels, der dann doch noch aufgetrieben worden war und etwas Englisch konnte und eh gerade seine Frau zu einer Hochzeit bringen wollte.

Statt die Beiden mal eben in die Stadt zu fahren, fuhr er sie danach von Ruine zu Ruine und wartete geduldig, bis Zwergens kleine Beinchen auch wirklich alles bestiegen hatten.

Am nächsten Tag baten wir also wieder um einen Transport in die Stadt (der eigentlich 100 Baht – ca 2,50€) kostete und wurden auch wieder von einem nicht-englisch sprechendem Thai gefahren, der ganz verzweifelt war, als wir ihm bedeuteten, dass wir schon selber irgendwie wieder zurückkämen – mit TukTuks etc ja eigentlich kein Problem.

Knappe halbe Stunde später kamen wir zum Ausgang von Tempel Nr1 zurück und eine junge Frau sprach uns an (in Englisch, juchhu), dass wir doch im BanSabaidee Resort wohnen und sie wolle uns jetzt herumfahren, denn mit Baby (der Zwerg wird überall Baby genannt, was ihn schwer kränkt), können wir ja nicht in der Hitze herumlaufen.

Ich war 6 Wochen in Indien unterwegs, wo man nach Strich und Faden betrogen wird und Einem Jeder was verkaufen will. Für möglichst doll übers Ohr hauen.

Deswegen stand ich dem Angebot sehr skeptisch gegenüber und auch allen weiteren Bemühungen, uns einen schönen Tag zu machen. Aber irgendwann merkte ich, dass uns die Frau tatsächlich nicht übers Ohr hauen wollte, sondern uns wirklich den bestmöglichsten Tag machen wollte, auch wenn die Ideen, was dazugehört, doch noch recht unterschiedlich waren!

Zunächst fuhr sie uns wie gewünscht noch zu einer Tempelanlage, aber als wir danach baten, dass sie uns in ein einfaches Restaurant führe, wo man gut Thai essen könne, fuhr sie uns in ein Kaufhaus und ein klimatisierte Schnellimbißding im 4.Stock. Das wäre ja eigentlich nicht sooo bemerkenswert, wenn es nicht schon das zweite Mal gewesen wäre, dass uns genau das passiert ist. Beim anderen Mal hatten wir eine TukTUkFahrerin gebeten, uns in die Innenstadt zu fahren und bei einem Restaurant rauszulassen (Straßenrestaurants gibt es ja wie Sand am Meer) und sie uns zu einem Museum fuhr, wo man in klimatisierten Räumen HotDogs und Burger essen konnte.

Ich glaube, dass die Thais denken, dass wir Westler erstens immer nur so etwas essen und zweitens unbedingt klimatisierte Räume brauchen. Irgendwie war das ja schon ganz witzig, aber auch schade. Nun denn.

Danach wurden wir mit sanften Druck dazu überredet, mit ihr und ihrer TOchter Spidy (6 Jahre ) in ein Kaufhaus zu fahren, wo es drinnen auch einen Spielplatz gab. “Is too hot for Baby!” sagte sie immer wieder mit Blick auf Bennett.

Eigentlich ja auch keine schlechte Idee, auch wenn ich erst doch recht überrumpelt war.

Der Spielplatz war aber schon ein Erlebnis für sich. Aufblasbare Rutschen kenne ich ja noch, aber besonders toll waren die kleinen Spielräume – da gab es Marktstände, wo die Kinder Eis bauen und verkaufen konnte, wo es Sushi oder Kuchen gab -einen Gemüse-und ObstMarkt – der Zwerg fand es total toll und Spidy den Zwerg “He is sooo cute”, wiederholte sie immer wieder und konnte ohnehin von allen Leuten fast am besten Englisch!! 6 (!!) Jahre alt!!

Weltuntergang

Irgendwann drängte ich dann aber auf Rückfahrt, da ich eigentlich noch die Tempel bei Nacht begutachten wollte, die ich am Vorabend wegen Bauchweh verpaßt hatte – und dann fing die Regenzeit an. Aber wie. 😮

Die Scheibenwischer konnten NIX gegen die Regenmassen ausrichten und ich beneidete die Autoinsassen der Autos, wo die Fahrer vorsichtshalber an den Straßenrand gefahren waren, während unser Auto sich weiter vorkämpfte. Immerhin waren der Zwerg und ich angeschnallt, was uns zu den einzigen Leuten in der ganzen Stadt machte, die so etwas benutzen. 😮

Spidy war nicht im Kindersitz (so etwas gibt es hier nicht), nicht angeschnallt und nicht mal auf einem Platz, sondern saß zwischen Mama und Opa vorne auf dem Schalthebel und spielte dabei mit dem Zwerg, der ob dieser Tatsache total konsterniert war, aber brav sagte “Aber wir machen sowas nicht. Wir schnallen uns an!!”

Ein echter Deutscher halt. 😉

Irgendwie schafften wir es durch den Monsumregen zurück und trotz Schirm war ich bis auf die Haut nass, als ich die drei (!) Schritte von Auto bis Bungalow rannte.

Dort empfang mit der Traummann mit der Mitteilung, dass es (s.o.) in den heißerkämpften Bungalow reinregne und unsere Sachen gerade alle nass würden!

Außerdem sei der Strom ausgefallen.

Mit Hilfe von riesigen Regenschirmen und der Hilfe des Hotels, retteten wir unsere Sachen in das Zimmer, was wir Tags zuvor abgelehnt hatten und waren jetzt sehr froh drum, hihi.

Direkt über unserem Fenster sahen wir dann auch, warum wir keinen Strom mehr hatten:

downloadfile-102Die komplette Radiostation war zusammengebrochen, das Restaurant des Hotels hatte ein eingestürztes Dach und eine Stromleitung schien gekappt.

Wir wurden schon mit ca. 100 Kerzen ausgestattet und machten uns auf eine Abenteuernacht gefasst, als der Strom dann doch wieder anging. Puh.

Der Zwerg paddelte dann noch ne Weile mit Spidy im Pool herum, die ihn auf Englisch und Thai zuquatschte und wie eine Puppe herumbugsierte, während der strahlend auf deutsch antwortete – Kinder über alle Sprachbarrieren hinweg.

So ging ein aufregender Tag zuende und der morgige Tag wird auch spannend – da fahren wir mit dem Nachtzug nach Chiang Mai – und wollten eigentlich drei Betten buchen. Die Bahnangestellten schüttelten aber den Kopf und meinten immer wieder “Baby sleeps with Mami!”

Das mein Baby über 3 Jahre alt ist und 18 kg wiegt, interessierte da Niemanden.

Und jetzt brauche ich ein paar gedrückte Daumen, dass die Schlafwagenbetten bitte mehr als 52cm breit sind, damit Baby und Mami auch etwas Schlaf kriegen!!!

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