Efraimserben Südafrika Langstrumpf

 

“Kinder sollten mehr spielen, als viele es heutzutage tun. Denn wenn man genug spielt, solange man klein ist, dann trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später ein ganzes Leben lang schöpfen kann. Dann weiß man, was es heißt, in sich eine warme Welt zu haben, die Einem Kraft gibt, wenn das Leben schwer wird.

Was auch geschieht, was man auch erlebt, man hat diese Welt in seinem Innerem, an die man sich halten kann”

Astrid Lindgren-

 

Südafrikaner haben sich Astrid Lindgren wirklich zu Herzen genommen. Kaum ein Restaurant oder Café ohne tollen Spielplatz. Und es gibt einen Entertainment Park nach dem Anderen, die meist so toll gemacht sind, dass auch der Traummann und ich über beide Augen strahlend wieder herauskommen.

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Zunächst waren wir 2 Tage freiwillig und einen halben Tag gezwungen auf dem Spielplatz “The Heath” bei Plettenberg Bay. Den dritten Tag gezwungen, da wir Zwergens Jacke im Irrgarten verloren hatten.

Ursprünglich waren wir dorthin gefahren, um die Raubvogelshow “Radical Raptors” anzugucken, die uns Alle drei, aber insbesondere den Zwerg sehr faszinierte. Dieser war vor Allem davon angetan, dass die Zuschauer sich dicke Handschuhe anziehen konnten und die Raubvögel und Eulen (sind das auch Raubvögel?) auf unseren Händen landeten.

 

Vor allem fanden wir alle drei aber den Spielplatz total Klasse, der sichtlich selbst ausgedacht und mit viel Liebe und Spaß gestaltet war – aus alten Reifen, Baumstämmen, alte Boote… ein Kettenkarussel und ein Zipline hatten es dem Zwerg besonders angetan.

 

Der Spielplatz ist Nichts für Eltern mit schwachen Nerven (wozu wir teilweise leider auch gehören ;-)) – hier klettern die Kinder nach Herzenslust und die Zipline hatte es durchaus in sich.

Die ersten zwei Male sind wir Helikoptereltern noch unter dem Zwerg hergelaufen, um ihn notfalls aufzufangen, aber dann merkten wir, dass er den Griff wortwörtlich im Griff hatte und ließen ihn alleine herumsausen – immer mit dem Herz so halb in der Hose. Eltern halt. 😉

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Auch ein Tag Regen war nicht weiter schlimm – den verbrachten wir zum größten Teil in einem Backpacker vor dem Kamin und spielten Uno. Lange Urlaube sind auch dahingehend schön, dass auch Regentage nicht ganz so schlimm nerven. Der zweite Regentag, nur zwei Tage später, ging mir schon mehr auf die Nerven, aber auch da fanden wir genug Beschäftigung für den Zwerg und ließen ihn erstmal einen Apfelkuchen für uns backen. Länger wäre es allerdings echt irgendwann schwer geworden. Südafrika ist nicht auf schlechtes Wetter eingestellt und dementsprechend wenig gibt es drinnen zu machen/zu sehen.

Und auf einer Reise mit beengter Unterkunft, geht man sich sonst zwangsläufig irgendwann auf die Nerven – aber mehr als 2-3h mag ich auch mit Regenkleidung nie raus, wenn es sich vermeiden läßt.

 

Von Knysna sahen wir fast nur die tolle Leisure Island, wo ich gerne meinen Ruhestand genießen würde und spazierten am Ufer entlang und dann gings schon weiter nach George mit einem Stopp in Wilderness, wo wir den ewig langen und tollen weißen Sandstrand genießen konnten.

Der Zwerg buddelte Straßen und Tiefgaragen in den Sand und der Traummann und ich beobachteten 10m weiter einen Heiratsantrag mit Kniefall und Tränen und Champagner.

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Auf halben Weg hielten wir da am Organic Timberlake Village, was sooo cool war, dass wir schon überlegen, morgen wieder hinzufahren.

Neben dem obligatorischen fantasievollen Spielplatz, tollen Cafés, Restaurants und Läden gab es vor allem drei unterschiedliche Kletterparcours.

Der erste – Monkey – war für Kinder zwischen 4 und 9. Die anderen Beiden dann für Teenies und Erwachsene.

Der Traummann, seine Höhenangst und der Zwerg nahmen sich des Kinderparcours an, während ich mich für “Flying Tarzan” bereit machte und mein Harness anschnallte.

 

Der Zwerg ist zwar gerade mal 3,5 Jahre alt, aber Klettern ist seine Leidenschaft, also waren wir uns recht sicher, dass er an der Sache Spass haben würde.

Als ich allerdings dann auf meinem 1,5h Parcours von Hindernis zu Hindernis wackelte oder sauste, wurde mir doch etwas mulmig, ob der kleine Kerl mit den ganzen Sachen so klarkommen würde.

Ich hatte allerdings einen Höllenspaß – vor allem die Ziplines (bis 75m lang) waren einfach awesome. Zwischendurch rutschte mir – trotz bombenfester Sicherung – immer mal wieder das Herz in die Hose, aber letztendlich schafften wir alle den Parcours. Besonders aufregend war dabei an einem Seil schwingend von einem Baum zum nächsten zu fliegen. Ebenfalls gesichert, klar, aber das kostete schon Überwindung!

 

Stolz und mit zitternden Armen kam ich zurück – und war kein Vergleich zum Stolz des Zwergenkönigs, der mir dann vor Aufregung stotternd und rufend von jeder seiner Stationen erzählte – auch er war mit Ziplines über den Boden gesaust (allerdings nur auf 2-3m Höhe und nicht wie ich auf 10m) und hatte alle Hindernisse mit Bravour gemeistert. Zudem war er vom Kletterführer dafür gelobt worden, wie unglaublich konzentriert er an der Sache war. Der Traummann erzählte, dass er sich zwischendrin schon Sorgen gemacht hatte, weil das Plappermaul plötzlich kein Wort mehr sagte und nicht lachte (Beides sehr ungewöhnlich für ihn), aber auf Nachfrage wurde bestätigt, dass es sehr sehr viel Spaß mache und die Enttäuschung war riesengroß, als es nach einer Stunde hieß, dass der Parcours zu Ende sei. Seitdem wird gebettelt, dass wir da bitte, bitte noch einmal hinfahren!

Und damit haben wir noch nicht einmal Alles ausgenutzt, was man auf der Garden Route so mit Kindern machen kann – Quad fahren, mit Elefanten spazieren gehen, Wölfe und Großkatzen aus der Nähe betrachten, Schlangenfarm und und und – ganz zu schweigen von Angeboten für Erwachsene, die wir jetzt natürlich nur mit halbem Auge angeguckt haben mit Adrenalingefüllten Klettertouren, Wanderungen und Schnellfahrspaß – Südafrikaner sind eindeutig auch der Meinung, dass auch Erwachsene spielen, lachen und nochmehr spielen sollen!

 

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