Fazit Thailand und der hellee mega Wahnsinn – KidZania Bangkok

 

Ich bin schon total im Zauber Südafrikas gefangen und merke, dass ich blogtechnisch noch fix Thailand abhandeln muss, sonst vergesse ich Alles, was ich noch so schreiben wollte. Und das ist wie immer viel!!

 

Mein Fazit von einer Thailandreise mit kleinem Kind war und ist: Irgendwie nicht so geeignet.

Und damit widerspreche ich so ziemlich allen Blogs und Berichten über Rundreisen mit Kind.

Vielleicht war es daher nur unsere Familie, für die Thailand nicht so recht passte?

 

Lustigerweise hatte ich vor dem Abflug, noch in Deutschland, gedacht, dass Thailand vermutlich das einfachste Land für uns sein würde. Ich stellte mir vor, wie der Zwerg friedlich am Strand buddelt und wir neben ihm sitzen und Fruchtsmoothies genießen. Wie alles für Europäer so billig ist, dass wir uns auch gemütlichen Luxus wie Taxifahrten, hochklassigere Unterkünfte und ständiges Essen gehen locker leisten können und wie die Thailänder vor lauter Kinderfreundlichkeit dem Zwerg eine angenehme Zeit machen.

Und genauso war es auch – aber dennoch war es für mich die bisher anstrengendste Zeit auf der Reise und Nix, wo es mich wieder hinzieht.

Einen großen Anteil daran hatte die fast unmenschliche Hitze, die uns aber vor allem in den ersten 2-3 Wochen plagte. Danach wurde es etwas besser. Aber zu der Zeit war es wirklich absolut unmöglich, sich draußen aufzuhalten. Die Notwendigkeit, den Zwerg jeden Tag von ca. 11 bis 16 Uhr in einem kleinem Unterkunftszimmer zu beschäftigen und dann auch entsprechend wenig Zeit zu haben, überhaupt etwas zu sehen, war dabei natürlich die größte Einschränkung.

Nachdem das Thermometer nicht mehr ständig über 40 Grad im Schatten anzeigte, konnten wir Ausflüge dann so legen, dass wir während der größten MIttagshitze irgendwo im Schatten waren oder gerade im SongTaew unterwegs waren. Zudem war dann die no-go-Zeit viel kürzer.

Aber zu dem Zeitpunkt war ich von Thailand schon etwas genervt.

 

Ich bin generell nicht sooo der Städte-Mensch, aber viel Anderes konnten wir irgendwie nicht machen. Wandern wäre schon für uns unmenschlich gewesen, für den kleinen Zwerg vermutlich unübertrieben lebensgefährlich.

Über interessante Hügel klettern, Fußball spielen, reiten – was auch immer – alles, was uns Allen dreien Spaß macht – keine Chance.

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Der Zwerg hätte zwar den halben Tag TukTUk fahren können und bedauert nach wie vor sehr, dass es diese Gefährte nicht in Deutschland gibt, aber für uns “Großen” war der Spaß daran nach einer Weile dann doch nicht mehr so groß.

 

Viele Blogger mit Kindern berichteten, dass ihre Kinder von Tempeln sehr fasziniert waren und es liebten, Tiere und Gestalten in den Steinschnitzereien zu sehen.

Das Einzige, was der Zwerg an Tempeln liebte, waren die Spendenboxen. Seine größte Freude im Leben ist es aktuell, in solche Boxen Geld reinzustecken. Warum auch immer.

So sammelte ich immer Kleingeld, damit ich dem Zwerg ein Baht-Stück nach dem anderen reichen konnte, was er dann in die verschiedenen Boxen steckte “Nein, immer nur eins pro Box!”, so dass wir in der Zeit mal fix den Tempel angucken konnten, bevor die Langeweile gar zu arg wurde.

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Was dem Zwerg ganz arg fehlte, waren Spielplätze und andere Kinder, die es nur ganz selten zu sehen gab. Ganz am Schluss in Bangkok buchte ich uns in ein Hotel ein, was den Traummann zu dem Ausruf “Nobel geht die Welt zugrunde!!!” verleitete.

Das war das erste 5 Sterne Hotel unseres Lebens (Supersonderaktion für 80€ die Nacht), wo wir ein Apartment hatten, was von der Grundfläche etwa unserem Reihenhaus entsprach —- und  – das Wichtigste – es gab einen Playroom, wo wir ca. 70% der Zeit verbrachten.

Spielplätze draußen gibt es kaum. Vermutlich ist es auch für Thaikinder zu heiß. Und die Indoorplayparks fand zwar der Zwerg toll, aber uns wurde von dem Blinkerglitzergedöns (siehe Artikel) echt schlecht.

 

Nun denn – was ich U-N-B-E-D-I-N-G-T machen wollte, war Kidzania in Bangkok.

Für die, die Kidzania nicht kennen – das ist eine Kette, die in der ganzen Welt Spielparks aufgemacht haben (in Europa in Lissabon, meine ich), die ein echt tolles Konzept haben – es ist nur für Kinder gemacht. Erwachsene dürfen bei vielen Sachen nicht mit rein. Es ist eine nachgebaute Stadt, wo die Kinder Berufe nachspielen dürfen. Sie kriegen dabei teilweise an so-tun-als-ob Sachen die Berufe erklärt und spielen sie nach und teilweise üben sie sie richtig aus. Z.B. gibt es ein Sushirestaurant, wo die Kinder tatsächlich Sushi herstellen und dies dann ihren Eltern servieren. (Was ich für ne super Idee fand, aber wo der Zwerg sich standhaft weigerte, dies auszuprobieren. Scheiß eigener Wille, wie meine eine Freundin jetzt sagen würde 😉 )

Es gab aber auch so etwas wie einen Zahnarzt, wo den Kindern erst etwas über Zahnhygiene erzählt wurde und sie dann bei einer Puppe nach den Zähnen gucken konnten und nicht bei einem echten Menschen.

 

Weiterhin werden die Kinder für ihre “Arbeit” bezahlt (in Kidzaniageld) und können davon dann nachher etwas kaufen. Etwas, was durchaus sehr faszinierend für Kinder ist.

 

Besonders begeistert waren der Traummann und ich von der Lebensechtheit bei vielen Dingen. Z.B. muss man erst einen Sehtest machen, bevor man einen Führerschein macht und erst mit dem Führerschein darf man die GoKaartAutos fahren (was leider erst ab 6 Jahren erlaubt war).

 

Auch gibt es eine Uni, die erst etwas kostet, aber wenn man dann einen Abschluss hat, verdient man bei vielen Berufen mehr.

 

Generell ist die Zielgruppe für Kinder von 4 bis 14 ausgerichtet und damit knapp am Zwerg vorbei.

Wir hatten natürlich zusätzlich Sorge, weil der Zwerg nur wenige Worte Englisch spricht und nur ein Wort Thai (Chang = Elefant).

 

Zudem war er dann auch noch am kränkeln. (Hierbei muss ich dann auch noch etwas über mich schmunzeln. Der Zwerg hatte ca 38.5 Grad Fieber. Was bei ihm schon Fieber ist, da er sonst – wie ich – eine Körpernormaltemperatur von ca. 35 Grad hat.

Nun las ich aber überall, dass man in Malaria und Denguefiebergebieten IMMER zu einem Arzt solle, wenn das Kind Fieber habe. Wir waren nicht in einem Malariagebiet gewesen, aber zumindest gab es im gleichen Land Malariagebiete. Wenn auch eigentlich erst zu einer späteren Jahreszeit. Aber mein Herzgepoppeltes hatte Fieber. Also rief ich einen Arzt und stammelte etwas von tropical disease. Der Arzt hatte zum Glück eine gute Kinderstube genossen, lachte mich nicht aus und erklärte mir sanft, dass es sich um einen leichte Erkältung handele und der Zwerg nicht kurz vorm Abnippeln stehe.

Ich schwöre – normalerweise renne ich nicht wegen jedem Pups zum Arzt, aber die Angst vor Malaria war mir doch zu groß. Vor allem, weil wir in der nächsten Nacht nach Südafrika losfliegen wollten und ich nicht mitten über dem Ozean plötzlich ein schwerkrankes Kind in den Armen halten und vor Angst sterben wollte. Ähem.)

Also, wie gesagt, der Zwerg war etwas am Kränkeln und Kidzania ist super, aber sauteuer.

 

Also eigentlich war es völlig bescheuert, da hinzugehen, aber ich wollte unbedingt. Und es war megageil, wenn ich das mal so salopp sagen darf.

 

Es gibt verschiedene Tickets in KidZania. Da wir nicht wussten, wie der Zwerg das Ganze so annehmen würde, kauften wir ihm zunächst das richtige Ticket für Kinder bis 3 Jahre. Mit dem darf man aber die meisten Dinge nicht machen. Nachdem er dann Feuer gefangen hatte, haben wir das Ticket nochmal umgetauscht und dann konnte er gut 2/3 der Dinge machen.

 

Zunächst ging es zur Bank, wo der Zwerg etwas Startgeld ausgezahlt bekam. Der Traummann kringelt sich immer noch auf dem Boden, weil ich – ganz Supermama – dem Zwerg hinterhereilen wollte, um ihm zu sagen, was er jetzt machen muss und der arme Sicherheitsmann, der Eltern am Zutritt zu den Gebäuden hindern soll, sich nicht so richtig traute, eine Mama auf voller Fahrt (das gefährlichste auf freier Wildbahn) aufzuhalten.

Der Traummann hielt mich im Rucksack fest und der Zwerg wanderte etwas verloren und mit vielen Gesten der Thailänder und einigen Zurufen von uns, dann tatsächlich zum Bankschalter und holte sein Geld.

 

Das Highlight und etwas, wovon er auch jetzt noch mindestens einmal täglich spricht, war gleich sein erster richtiger Stopp (da kann man auch ab 2 Jahre rein) bei der Feuerwehr.

Die Mitarbeiter da merkten auch gleich, dass er noch sehr jung war und kein Englisch verstand und kümmerten sich rührend um ihn.

Ihm wurde Feuerwehrkleidung angezogen und dann setzte sich einer der Mitarbeiter zu ihm und trat – wie auch immer – soweit mit ihm in Kontakt, dass er auch nachher seinen Namen wusste – beeindruckend, wenn man bedenkt, dass der Zwerg a) sehr schüchtern ist – und b) die Sprache nicht versteht. Als der Zwerg später dann noch ein zweites Mal zur Feuerwehr wollte, wurde er gleich freudig mit Namen begrüßt. “Ah, Zwerg, back again!”

Es gab dann zunächst eine Sicherheitsdemonstration, die natürlich über Zwergens Kopf hinweg ging, aber er saß weiterhin ruhig und unendlich süß auf dem kleinem Stuhl und ich musste mir erstmal eine Stolz-bin-Träne aus dem Auge reiben.

Dann gab es einen Feueralarm und alle Kinder wurden ins Feuerwehrauto bugsiert (dabei haute der Zwerg fast ab, weil er dachte, dass das schon das Ende war) und fuhren zu einem Hotel, vor dem viele Wasserspritzen montiert waren und es aus den Fenstern “brannte” (Lichteffekt). Die Kinder bekamen je eine Spritze und spritzten solange, bis das Feuer ausging und fuhren dann mit dem Feuerwehrauto zurück und wurden bezahlt.

 

Das Erlebnis wurde seitdem gefühlt 44829379234x von allen Blickwinkeln erzählt, beleuchtet und hinterfragt und hat den Zwerg schwer schwer beeindruckt.

Alles weitere stach dabei für ihn etwas zurück, aber der Traummann und ich waren weiter sehr sehr fasziniert.

 

Der Zwerg half dann noch bei einer Baustelle mit, eine Mauer zu bauen, bemalte als Künstler ein Bild, betankte an einer Tankstelle ein Auto; bereitete uns einen Burger zu (wobei er die ganze Zeit mega mega verwirrt waren, da wir ihm aus Versehen fälschlicherweise erzählt hatten, dass er Pommes machen würde. Sein verwirrter Gesichtsausdruck “Wo zum Geier sind meine Pommes????” konnte man noch 5km weiter sehen und ich rannte schnell zur nächsten Imbissbude, um welche zu besorgen, damit ihm nicht der ganze Spaß verdorben würde); tanzte in einer Disko und – mein persönliches Highlight – war Pilot in einem Flugzeug. Bei diesem betrat er ein echtes Flugzeug, wo wir Eltern nicht mit rein durften. Ich erklärte ihm vorher, was passieren würde und dass wir draußen auf ihn warten würden und war dennoch wieder (ähem) zu Tränen gerührt, als der kleine Kerl ohne Aufforderung oder mit der Wimper zu zucken, den herbeieilenden Mitarbeiter von sich aus an der Hand nahm und mit ihm die Treppe nach oben stapfte. Mein kleines schüchternes Häschen!!!

Ganz am Schluß fuhr er noch mit dem Tourbus durch die “Stadt”. Dort hätten sogar die Eltern mitgedurft, aber er bestand darauf, auch das ganz alleine zu machen.

 

Leider kam danach seine Erkältung so richtig durch und er wollte nicht mehr wirklich etwas machen. Wir schlugen noch ein paar Dinge vor, kuschelten auch ne Weile mit ihm auf einer Bank, damit er sich etwas ausruhen konnte, aber da war einfach Nichts mehr zu holen.

An gesunden Tagen wäre er bestimmt gerne noch im Krankenwagen gefahren oder hätte sich beim Fußballcamp ausgetobt, aber auch so war es ein toller Tag für uns Alle!

 

Und man merkt immer noch die Nachwirkungen davon. Als ich ihm jetzt in Südafrika erzählte, dass wir demnächst auf eine Safarilodge fahren, wo es extra Kindersafaris gibt, wo aber auch ein Elternteil mitkönne, sagte er gleich “Ach, das kann ich auch alleine. Das habe ich da mit der Feuerwehr ja auch geschafft. Da müsst ihr nicht mitkommen!!”

 

Und das von meinem Mr Zwergenmann, der sich am Anfang des Sabbaticals keine 2m von mir weggetraut hat!!!!

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