Homestretch- das Ende der Reise naht

Wir haben noch gut zwei Wochen, bis unser lang ersehntes und lang geplantes Sabbatical zu Ende ist und merken schon, wie die Gedanken an das Ende sich immer wieder in die Gedanken einschleichen – am Anfang der Reise haben wir fast nie an Alltagskram zu Hause oder an die Arbeit gedacht, aber jetzt ertappen wir uns immer wieder dabei, wie wir schon Dinge planen müssen.

Es ist einfach etwas völlig Anderes, ob man drei Wochen oder 5 Monate unterwegs ist.

Entspannen in Port Elizabeth

Was haben wir die letzten Tage erlebt? Zunächst gab es ein herzliches Wiedersehen bei Roy.

Gerade der Zwerg war unglaublich begeistert, wieder dort zu sein und fragte beim Wegfahren, ob wir Roy nicht mitnehmen könnten. Ich kann seine Unterkunft nur jeder Familie empfehlen – nicht nur sind die Apartments total schön, gerade Roy macht den Aufenthalt echt zu etwas ganz Besonderem – mit dem Zwerg goß er zusammen den Garten, baute ihm aus Baumstämmen und Surfbrettern einen Kletterparcours und kam mit immer neuen Ideen für Unternehmungen an.

Z.B. erzählte er uns von einem Strand, der von Muscheln übersäht ist, der ganz in der Nähe von der Pinguinrettungsstation ist – zu dem Strand haben wir es leider nicht geschafft, aber der klang wirklich schön.

Bei der Pinguinrettungsstation waren wir, genauso wie am schönen Strand direkt gegenüber von Roy.

 

Anfang der Rückkehr- Tsitsikamma

Und dann gings wieder los RIchtung Kapstadt – wir hatten uns auf dem Hinweg extra ein paar Sachen ausgelassen – z.B. die einzige Stelle, von der der Traummann so richtig geschwärmt hatte.

Der Traummann kann durchaus enthusiastisch, romantisch und übersprudelnd sein, aber normalerweise ist er eher etwas wenig übersprudelnd. Er kann von einer drei Stunden megageilen Massage für 5€ zurückkommen und sagen “Ja, war ganz okay!”, wenn ich nach der gleichen Behandlung noch 5h schwärmen würde.

Genauso war seine Reaktion, als er Südafrika als Reiseziel in Diskussion warf und ich – absolut unwissend über Reisen in SA – ihn dann fragte, ob man da denn gut mit dem Zwerg reisen könne und es da auch gute Dinge für ihn gebe, er antwortete “Joa, ich denke eigentlich schoooohoonnn…”

Die EINZIGE Stelle, über die er aber schon vor der Abfahrt redete und total begeistert von war, war der Tsitsikamma National Park und da insbesondere das Storms River Mouth Camp.

Ich war einerseits total gespannt, was den Traummann wohl so zum Schwärmen brachte und andererseits mega genervt, weil das Buchen beim staatlichen Sanparksystem uns den letzten Nerv kostete und letztendlich sogar nicht vorher klappte (war aber zum Glück kein Problem).

Dann waren wir da und ich war echt umgehauen – tosende Wellen, schroffe Felsen, wunderschöne Wanderwege – Kletterparadies für den Zwerg, ein tolles Restaurant und eine schöne Holzhütte mit den Sesseln nicht auf den Fernseher, sondern auf die Aussicht auf die Wellen gewandt.

Einfach nur toll.

Am ersten Abend liefen wir den Weg bis zur Suspension Bridge- das war echt etwas anstrengend, weil der Weg aus total vielen Stufen bestand, die den Zwerg total nervten (klar – sie gingen ihm teilweise bis zur Hüfte) und die ich schon anstrengend fand.

Es ging, als wir dann daraus eine Krabbelolympiade machten und zu dritt dann jeweils die Stufen hochkrabbelten. Was man halt so macht als Eltern.

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Am nächsten Tag machten wir den Weg zum Wasserfall, was gleichzeitig der Anfang des berühmten Otter Trails ist – den Otter Trail darf man nur mit vorheriger Anmeldung gehen und es ist sehr schwer, einen permit dafür zu bekommen – den Teil bis zum Wasserfall dürfen alle gehen. Er dauert hin und zurück für normaler Wanderer ca. 3h und ist nur für Leute mit gutem Fitnesslevel empfohlen. Tatsächlich kamen uns auch immer wieder Leute entgegen, die es nicht ganz bis zum Wasserfall geschafft hatten. U.a. auch wir – das hatten wir allerdings vorher schon gedacht, da wir immer ca. die dreifache Zeit für eine Wanderung brauchen wir angegeben und 9h wandern sind mit Kind natürlich nicht realistisch.

Die Wanderung gehört trotzdem zu den Top Ten der schönsten Wanderungen, die ich jemals gemaht habe und der Zwerg hatte einen Heidenspaß.

Oft werden in Blogs Wanderungen für kleine Kinder empfohlen, die schön einfach zu laufen sind, weil sie so ebenerdig sind – die langweilen den Zwerg meist schon nach wenigen Minuten. Hier konnte er nach Herzenslust klettern, über Baumstämme und Felsen und immer wieder ging es auf und ab.

Zweimal machten wir lange Kletterpausen und der Zwerg war dabei so sehr in seinem Element, dass wir ihn sich völlig verausgaben ließen und nachher die Rechnung hatten und ein völlig kaputtes Kind auf dem Rücken zurückschleppen mussten.

Insgesamt waren es echt drei tolle Tage, aber den Zwerg hat am Ende sichtlich genervt, dass der Traummann Höhenangst hat und beim Klettern ihm ständig dazwischen fummelte “Vorsicht, hier da nicht klettern!” – irgendwann kam der Zwerg wutentbrannt von einer Klettertour zurück “Mama, jetzt klettere ich mit dir, Papa nervt!!!!”

Insgesamt gab es auch immer wieder Situationen, wo man auch wirklich “NEIN!” sagen musste und das kann der Zwerg in dieser Inflation einfach nicht haben (wie jedes Kind) und war die nächsten zwei Tage dann rebellisch und unentspannt wie selten zuvor.

Erst ganz viel selber entscheiden “ja, du kannst auch das T-shirt über dem Pulli anziehen, wenn du unbedingt willst”, hat ihn dann wieder zu sich finden lassen.

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