Pure Bliss

 

Nachdem wir bei unserer letzten Unterkunft so richtig ins Klo gegriffen haben und ich nicht mal Internet hatte, um mich über diesen Umstand zu beschweren, sind wir jetzt im absoluten Paradies.

 

Das Paradies ist etwa eine Stunde nördlich von Auckland, liegt in der Nähe eines Winzortes namens Pakiri und heißt “Pakiri Beach Horse Rides”.

Ein Ausritt ist für mich erst morgen geplant und ich bin schon extrem gespannt. Als wir schon halb hier waren, las ich nämlich, dass ein Ausritt hier auf der Liste von “100 things you should do before you die” steht.

Wenn ich mir die Gegend angucke, dann weiß ich warum.

Gerade sitze ich auf einer winzigen Holzterasse, mit einem süßen, ausgetobtem Windelmann neben mir und genieße den Ausblick in den neuseeländischen Busch und lausche der Brandung des Meeres.

 

Der Strand hier ist wie der Traum eines sich mißverstanden fühlenden 18-jährigen Teenies, der gerade “The Beach” verschlungen hat und von einer Karriere als Profisurfer träumt.

Hohe Sanddünenberge, kilometerlanger weißer Strand, unglaublich hohe Wellen und ab und an ein paar Pferde.

Unser Häuschen ist eine “Beachsidecabin”, die quasi im Nichts liegt. Die “Straße” dahin war selbst für neuseeländische Verhältnisse krass. Dirt roads or gravel roads sind wir ja schon gewohnt, runtergetrampelte Graspfade noch nicht.

Aber herrlich. Einfach nur herrlich.

Dafür waren die letzten zwei Tage tatsächlich ein kleiner Reinfall. Wir waren in Tutukaka (ja, heißt wirklich so) auf einem Campingplatz. Verwöhnt von den bisher so tollen Backpackerunterkünften, waren wir sehr enttäuscht von den (eigentlich echt okayen) Campingplatzunterkünften. Besonders schlimm war das “bunk over double bed” – ein Hochbett über einem Doppelbett, was quietschte, sobald der Traummann nur darüber nachdachte, ob er sich demnächst mal drehen würde.

Als ich am nächsten Tag dann unausgeschlafen und schlecht gelaunt davon geweckt wurde, wie der Traummann sein Handy suchte, was ihm in der Nacht aus dem Hochbett gefallen war, und was demnächst klingeln und den Zwerg wecken würde, da der Traummann extra früh aufstehen musste, um zum Tauchen zu gehen, war echt Alles aus und ich kriegte einen halben Nervenzusammenbruch.

 

Natürlich fanden wir das Handy nicht, der Zwerg wachte auch schlecht gelaunt auf und wollte auf keinen Fall mit mir zum Strand fahren, die Windel wechsel, irgendwas spielen oder sonst irgendwas.

Irgendwann schaffte ich es dann aber, ihn loszueisen (“nein, du musst nicht schwimmen!”) und dann hatten wir am Strand ne Menge Spaß mit Strandburg bauen, in den Wellen toben und Muscheln suchen.

Den Nachmittag verbrachte ich dann aber gezwungenermaßen auf dem Campingplatz, da der Zwerg nicht von den Enten wegzulocken war, die unsere Holzveranda zukackerten.

Nach 3h bekam ich allerdings einen Lagerkoller und schnappte mir das protestierende Zwergenkind, um in einem Café um die Ecke mit Internet nach der nächsten Unterkunft zu suchen.

Das Internet ging alle 3 Minuten einmal für 2 Minuten und jedes Mal dann, wenn ich die entscheidende Seite laden wollte, verschwand es wieder.

Ja, ich war so beherrscht und habe nur zwergenkonform geflucht. 😉

 

Um 17 Uhr trafen wir dann endlich den Traummann wieder, der uns leichenblaß erzählte, dass er es knapp verpasst hatte, das ausgelobte Gratis-T-Shirt nicht zu bekommen, was man bei 10 vollgekotzten Kotztüten bekommen hätte. Der Traummann hatte bei 8 Tüten Schluß gemacht.

 

Alles in Allem waren wir beiden Erwachsenen aber dann nicht böse, als endlich endlich die Schranke vom Campingplatz sich hinter uns schloß. Der Zwerg allerdings hätte noch 8 weitere Tage da Enten füttern können.

 

Jetzt bei Pferden, Strand und Hund ist er allerdings noch mehr in seinem Element. Gerade ist er ungefähr 3km den Strand langejoggt. Immer wieder ins Wasser rein und raus, die Dünen hoch und wie Jim Knopf (unser meistgelesenes Buch gerade) auf dem Popo wieder runter. Nachher sah er am ganzen Körper aus wie ein paniertes Schnitzel. Leider ein Schnitzel, was vor Duschen panische Angst hat, so dass wir ihn penibel und langsam mit einer Schüssel abgeduscht haben und sich noch immer 1kg Sand hinter den Ohren befindet.

“Morgen können wir auch Haare waschen, Mama!” versprach er, um dann im gleichen Atemzug zu fragen “Wann ist denn morgen? Noch dreimal schlafen?”

 

😉

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