Unmenschliche Hitze, Elefanten, Massagen und “geile-Taxis”

Wenn in Deutschland im Sommer die Temperatur sich den 30 Grad nähert, fange ich an, mich theatralisch seufzend in den Schatten zu verziehen und mir Luft zuzufächern.

Ich wußte, dass Thailand für mich eine Herausforderung sein würde, aber da ich schon heiße Länder wie Indien, Israel, Ägypten, Jordanien, Guatemala und Mexiko ohne größere Schäden bereist habe, dachte ich, dass ich einigermaßen klarkommen würde.

Aber ich habe nicht mit einer Hitzewelle gerechnet, die selbst die Thailänder stöhnen läßt und um den Beginn der Regenzeit beten läßt.

Wenn das Thermometer mal unter 40 Grad fällt, ist das schon Grund zum Jubeln.

Hitze mit Kind

Hier merke ich auch erstmalig total deutlich, wieviel schwieriger das Reisen MIT Kind ist im Vergleich zu ohne Kind. In Neuseeland fiel das nicht groß ins Gewicht – klar, wir konnten nicht alles machen, was wir wollten, aber insgesamt lief Alles mehr oder weniger wie von selber.

Es ist auch nicht so, dass der Zwerg ganz besonders unter der Hitze leiden würde – im Gegenteil, – ihm scheint es meist noch am Wenigsten auszumachen! Teilweise kriegt er hier uns echt unbekannte Wutanfälle und ich glaube, dass das die Momente sind, wo die Hitze und Erschöpfung auch ihn packen, aber größtenteils nimmt er Alles fröhlich so hin, wie es eben ist.

Aber das Kind ist nicht ums Verrecken dazu zu bringen, mal Mittagsschlaf zu halten. Ohne Kind würde ich früh aufstehen, die Morgenstunden nutzen, die man noch einigermaßen draußen verbringen kann, dann mittags schlafen und ab 5 Uhr wieder nach draußen gehen.

So stehen wir früh auf, verbringen die Mittagszeit (von ca. 11 bis 16 Uhr!!!) im Schatten oder sogar drinnen und ab 19/20 Uhr gehts schon wieder ins Bett.

D.h., den Großteil des Tages verbringen wir meist in unseren Unterkunft und das ist irgendwie doch etwas schade.

Aber sich aus Schatten rausbewegen ist zwischen 11 und 16 Uhr keine Option. Schon einmal über die Straße gehen, ist aktuell wirklich eine Mammutaufgabe – nicht nur für mich, auch der sonnenhungrige Traummann weigert sich.

Das Problem dabei ist, dass das eigentlich spottbillige THailand damit für uns auch doch recht teuer wird. Statt durch die Straßen zu schlendern, Street Food zu essen, mal ein TukTUk zu rufen und einfach das bunte Treiben zu genießen, rufen wir uns gleich ins Hotel ein TukTuk oder ein Songthaew- ein hinten offenes lustiges Gefährt, was der Traummann beim ersten Sehen mit “das ist ja ein geiles Taxi” tituliert hat, was der Zwerg sofort in seinen Sprachgebrauch übernahm, so dass es bei uns jetzt ein geflügeltes Wort geworden ist.

Statt mit den Öffis zum Nationalpark zu fahren, was uns zu dritt 3 Euro gekostet hätte, nehmen wir uns ein Songthaew, wo der Fahrer den Tag über auf uns wartet und uns sofort zurückbringt, wenn wir es nicht mehr aushalten – und zahlen 30€.

Das ist immer noch nicht viel, aber es läppert sich. Wegen des Zwergs nehmen wir nach einigem Lehrgeld jetzt möglichst immer eine Unterkunft mit Pool, was dann natürlich auch etwas ins Geld geht – statt 20€ dann vielleicht 40€ und so weiter und so weiter.

Irgendwann stellte ich erstaunt fest, dass wir pro Tag im Schnitt sogar mehr augeben als in Neuseeland – allerdings natürlich bei ganz anderem Reisen und Komfort – in Neuseeland haben wir 99% der Mahlzeiten selber gekocht und die Hostels waren toll, aber basic.

Hier gönnen wir uns pro Tag im Schnitt eine Massage (Preise zwischen 5(!!)€ und 15€ die Stunde!!), trinken einen MangoShake nach dem Anderen und bereiten maximal 1% der Mahlzeiten selber zu- zudem sind wir in Unterkünften mit Pool, Wäscheservice und Klimaanlage. Das Reisen könnte wirklich nicht unterschiedlicher sein!

 

Elephant’s World

Aktuell sind wir in Kanabachuri – die Stadt mit der Brücke über den River Kwai – hierhergekommen sind wir mit einem 3.Klasse Zug, der auch schon ein Erlebnis für sich war.

Highlight des Thailandaufenthaltes bisher war dann gestern der Besuch der Elefantenwelt, einer Non Profit Organisation, die sich alten oder verletzten Elefanten widmet, die bei ihrer Arbeit Ausbeutung von Tierschützern gefunden wurden. Da sind Elefanten, die täglich stundenlange Touristen auf ihrem Rücken herumtragen mussten, mit ihren empfindlichen Füßen übers Straßenpflaster gescheucht wurden, um zu betteln, oder bei Holzfällern arbeiten mussten.

In der Elefantenwelt, kriegen die Elefanten einen schönen Lebensabend, werden von Voluntären und zahlenden Touristen bekocht und gefüttert und können im Fluß baden, Schlammbäder nehmen und ihre neue Herde und ihre neuen Mahouts (ihre Pfleger) genießen.

Für uns drei war es ein wahnsinniges Erlebnis, so nahe dran an den Dickhäutern zu sein.

Der Zwerg half eifrig mit beim Maiskolbenschälen, Melonenwaschen und Reis kochen und wurde beloht mit dem Erlebnis, einem alten zahnlosen Elefanten selbstgekochte Reisbällchen in den Mund zu schieben und einem anderem Elefanten Melonenstücke auf den Rüssel zu legen.

downloadfile-235downloadfile-82downloadfile-169downloadfile-139

Der Tag war für uns unglaublich anstrengend, da wirklich viel Programm war und es wie immer unmenschlich heiß war. Für den Zwerg war das auch zwischendrin echt zuviel und wir waren sehr froh, als die Mittagspause kam und er danach mit den beiden anderen Tourikindern einen Tonelefanten zum Bemalen bekam, wo er deutlich runterkam.

Die allerletzte Fütterung schenkten wir uns dann sogar und saßen lieber bei Tee und Keksen im Schatten – jetzt bedauere ich das etwas, denn so etwas werde ich wohl nie wieder erleben! – aber zu dem Zeitpunkt waren die Kraftreserven bei unter Null.

Was wirklich ein Highlight war und zudem erfrischte, war, mit den Elefanten zusammen zu baden.

Jeder kriegte einen Schrubberbesen und konnte den Elefanten ordentlich den Rücken massieren – was zu einem erneutem Verzweifelungsanfall beim Zwerg führte, als er irgendwann damit aufhören musste, da das Bad zuende war.

 

 

 

eute waren wir dann im Erawan National Park, der 7 große Wasserfälle sein Eigen nennt. WIr kamen bis Wasserfall Nr. 4, bis wir entschieden, dass man uns Allen nicht mehr zumuten kann. Dabei war es dort im Schatten und mit gelegentlichen Badeeinlagen wirklich angenehm!

Den Zwerg stören allerdings die Fische in den Seen, die immer an den Füßen knabbern wollten und ich fand die auch etwas  – gewöhnungsbedürftig. 😮

Jetzt gehts in den Norden Richtung Chiang Mai mit ein paar Aufenthalten in alten Ruinenstädten.

Und ich flehe weiter das Wetter an, wenigstens mal 3-4 Grad weniger von sich zu geben…

Teile den Beitrag

WIllst Du infomiert werden über Neue Beiträge?

 
Dann melde Dich an!

Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website einverstanden.

2 Idee über “Unmenschliche Hitze, Elefanten, Massagen und “geile-Taxis”

  1. Nosa sagt:

    Das klingt weiter toll, aber um diese andauernde Hitze beneide ich Dich nicht.

    Hatte der Zwerg gar keine Angst vor den Elefanten?

  2. cdanisch sagt:

    am Anfang ein wenig Respekt, aber der ging schnell weg.
    Die Mahouts standen auch alle dabei und man durfte nur sie anfassen (also Elefanten, nicht die Mahouts ;-)), die wirklich friedlich waren.

    Reiskugeln einem Elefanten ins Maul schieben, fand er etwas gruselig- aber der hatte ja echt keine Zaehne mehr, also ging das echt gut.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

WordPress Security